Projektwiki

Die Gründe sind die gleichen wie beim Schulgebäude, denn auch an der Mehrzweckhalle sind die fast 50 Jahre Nutzungsdauer nicht spurlos vorbeigegangen. Da auch hier kaum saniert wurde, sind außen wie innen zahlreiche Bauteile defekt. Türen, Fenster, der Sportboden, die Lüftungsanlage, die Elektrik, die Sanitäranlagen…, die Liste lässt sich beliebig lange fortsetzen.  Manche Mängel erkennt man sofort, manche erkennt nur der Fachmann, beseitigt werden müssen sie aber alle und mittlerweile drängt die Zeit. Hinzu kommt, dass jede größere Sanierung eine neue Baugenehmigung erfordert, die aber nur erteilt wird, wenn alle heutigen Standards erfüllt werden. In Sachen Brandschutz aber auch im Bereich Unfallverhütung und Arbeitsschutz hat sich in den letzten 50 Jahren so viel getan, dass die Erfüllung letztlich nur noch im Rahmen einer Komplettsanierung möglich ist.

Bei der heutigen Gymnastikhalle handelt es sich um das Mitte der 90er Jahre mit überschaubaren Mitteln umgebaute vorherige Hallenschwimmbad. Mittels Holzständerwerk wurde im Schwimmbeckenkörper die Unterkonstruktion für einen einfachen Sportboden erstellt und der Innenraum durch Aufbauten für eine Sporthallennutzung hergerichtet. Auch die Sanitäranlagen wurden hierbei erneuert. Nicht erneuert wurden allerdings die Ver- u. Entsorgungsleitungen sowie der größte Teil der Elektrik, unsaniert blieb auch die Gebäudehülle. In Kauf genommen hat man damals, dass der Hallenboden nicht Ballsport und das Spielfeld aufgrund fehlender Norm Maße nicht für alle Sportarten geeignet ist, die Halle, da im 1. OG befindlich, nicht barrierefrei ist, das Gebäudevolumen aufgrund von sehr viel totem Raum sehr ineffektiv ist und einige Dinge mehr. Diese Einschränkungen in Verbindung mit der Erkenntnis, dass ein Ersatzneubau nicht viel teurer als eine Komplettsanierung werden würde und ein Neubau auch nur jetzt, im Rahmen des Gesamtsanierungsprojektes umsetzbar ist, führten zur klaren und gemeinsamen Entscheidung aller Beteiligter aus Verwaltung und Politik für den Ersatzneubau anstelle einer Sanierung.

Die Variante eines Neubaus wurde anlässlich eines Workshops mit dem Sonderausschuss im Oktober 2019 ebenfalls betrachtet. Unterschieden wurde hierbei zwischen einem Neubau an anderem Standort, und dem sukzessiven Neubau am bestehenden Standort. Beide Varianten hätte zu höheren Kosten geführt, erste schied jedoch schon allein aufgrund der Tatsache aus, dass in ganz Kürten kein auch nur im Ansatz geeigneter neuer Standort gefunden werden konnte. Auch ökologische Gründe (Erhalt der noch guten Tragkonstruktion anstelle eines energieintensiven neuen Rohbaus) sprachen allgemein gegen einen Neubau, ebenso wie logistische Gründe gegen einen sukzessiven Neubau am Standort. So fiel am Ende auch hier eine klare Entscheidung aller Entscheidungsträger für eine Kernsanierung und gegen einen Neubau.

Mit dem Beschluss zur Einrichtung einer Gesamtschule am 14.02.1990 hat der Rat der Gemeinde Kürten gleichzeitig beschlossen, dass gemäß den gesetzlichen Vorgaben diese in der Sekundarstufe I (Klassen 5-10) 4-zügig (4 Parallelklassen) und in der Sekundarstufe II (Klassen 11-13) 2-zügig geführt werden soll (Mindestvorgabe für eine Gesamtschule).
Bereits nach wenigen Jahren zeigte sich jedoch, dass ein höherer Bedarf besteht. Seitdem wird die Sekundarstufe I durchgehend 5-zügig und die Sekundarstufe II 3-zügig geführt, sodass in dieser Zeit fast immer zwischen 1.000 und 1.100 Schüler*innen die Gesamtschule besuchten. Auch für die Zukunft ist gemäß Schulentwicklungsplan von ähnlichen Zahlen auszugehen, und es bestünde sogar noch Potential nach oben, da i.d.R. mehr Kürtener Grundschulabgänger auf externe weiterführende Schulen gehen als auf die Gesamtschule. Die mit der Sanierung einhergehende Attraktivitätssteigerung könnte hier zu einer Verschiebung und damit zu künftig noch höheren Schülerzahlen führen.

Ein Vergleich mit der kürzlich abgeschlossenen Sanierung des Otto-Hahn-Schulzentrums in Bergisch Gladbach zeigt beispielhaft, dass die Kosten für die reine Schulgebäudesanierung in Kürten in ähnlicher Größenordnung wie in der Nachbarstadt liegen. Auch der Vergleich mit einem aktuell in der Umsetzung befindlichen Schulneubau in Düsseldorf (Wim Wenders Gymnasium) zeigt, dass die Projektkosten hier wie dort in vergleichbarer Größenordnung liegen. Vergleiche sind aber immer mit Vorsicht zu genießen, denn jedes Bauvorhaben hat seine Besonderheiten und ein Kostenvergleich kann ohne sorgfältige Betrachtung aller wichtigen Randbedingungen sehr schnell zu Fehlschlüssen führen.

Der Auslagerungsbau deckt mehrere Erfordernisse ab:

a. Die Schaffung von dringend benötigten zusätzlichen Räumen für die Gesamtschule bereits vor Beginn der Schulsanierung.

b. Auslagerungsfläche für die Gesamtschule während der Schulsanierung.

c. Nach Abschluss der Schulsanierung Umgestaltung in eine zentrale Notunterkunft, die momentan angemietete, dann nicht

mehr zur Verfügung stehende Gebäude ersetzt.

d. Zur Verfügung Stellung von Sozialflächen für die Kleiderkammer u. den Fahrradpool.

Die zu sanierende Mehrzweckhalle, die sogenannte Sülztalhalle, war von Beginn an als Sport- und Veranstaltungshalle ausgelegt und wurde so auch immer und soll auch weiterhin so intensiv genutzt werden. Für zahlreiche Vereine und damit für viele Kürtener Bürger stellt sie einen wichtigen kulturellen Identifikationspunkt dar. In einer reinen Sporthalle wären hingegen keine Veranstaltungen mehr zulässig, auch keine schulischen. Das kulturelle Leben müsste dann an andere Austragungsorte verlagert werden.

Das Projekt wird seitens der Verwaltung vom Geschäftsbereichsleiter des technischen Bereiches Herrn Bormann geleitet. Herr Bormann ist Bauingenieur und in seiner Funktion als Geschäftsbereichsleiter für das Gebäudemanagement der Gemeinde zuständig. Seine langjährige Berufserfahrung in der privaten Wirtschaft und der Verwaltung, die Bauleitung großer Projekte, eine kontinuierliche und umfangreiche Weiterbildung und nicht zuletzt ein großes Engagement bei der zielgerichteten Umsetzung auch schwieriger Projekte, befähigen ihn für die große Aufgabe. Gute Projektleitung ist aber immer Teamarbeit. Und so unterstützen ihn innerhalb der Verwaltung ein Projektsteuerer und eine Projektassistentin und extern ein großes Planungsteam aus Fachplanern und Sachverständigen aller notwendigen Fachrichtungen.

Die Sanierung ist in 3 Bauabschnitte gegliedert:

  1. Bauabschnitt: Sanierung der Mehrzweckhalle und Neubau der Sporthalle:
    Beginn Sommer 2022 – Fertigstellung Ende 2023
  2. Bauabschnitt: Sanierung der Schulgebäude S (Anbau aus den 90er Jahren) und N (mittleres Gebäude, ehemals Grundschule):
    Beginn Sommer 2023 – Fertigstellung Ende 2024
  3. Bauabschnitt: Sanierung des größten Schulgebäudeteiles H (ehemals Hauptschule, 5 geschossig mit Aula u. Mensa):
    Beginn Anfang 2025 – Fertigstellung Ende 2026

Zum Schluss, voraussichtlich in der 2. Jahreshälfte 2026, werden die Außenanlagen der Gesamtschule und der Grundschule saniert.

Die Sanierung einer Schule ist zunächst einmal klassische Aufgabe des Trägers und damit hier der Gemeinde Kürten, die die Mittel aus eigener Kraft aufbringen muss. Eine direkte Förderung gab und gibt es nicht. Allerdings erhalten viele Kommunen immer wieder indirekt Fördermittel für die Sanierung Ihrer Schulen. Im größeren Rahmen kamen und kommen hier bislang zwei Förderinstrumente ins Spiel: Städtebauförderung und Klimaschutzförderung. Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Mitteln aus der Städtebauförderung war bislang immer ein so genanntes Stadtentwicklungskonzept, über welches Kürten aber frühestens 2022 erstmalig verfügen wird. Im Bereich des Klimaschutzes tat sich 2018 eine vermeintlich große Chance für Kürten auf, die man mit viel Zeit, Geld und Engagement versucht hat zu ergreifen – leider ohne Erfolg. Ein viel zu enger Zeitrahmen, zu geringe tatsächlich zur Verfügung stehende Mittel und wenig ehrliche Unterstützung der Fördermittelgeber führten letztlich zur Antragsablehnung. An diesen problematischen Randbedingungen hat sich leider nichts geändert. Momentan gibt es sogar überhaupt keine nennenswerten Fördermittel im Bereich Klimaschutz.

In §78 Schulgesetz ist geregelt, dass die Gemeinden Träger von Schulen sind. In §79 des Schulgesetzes ist weiterhin festgelegt, dass die Schulträger verpflichtet sind, die für einen ordnungsgemäßen Unterricht erforderlichen Gebäude bereitzustellen und zu unterhalten. Gemäß politischem Beschluss vom 14.02.1990 hat sich die Gemeinde zur Einrichtung einer Gesamtschule verpflichtet und muss demgemäß auch alle hierfür erforderlichen Kosten alleine aufbringen. Die Frage ist somit mit Ja zu beantworten. Wichtig zu wissen ist aber, dass die Gesamtschule zwar auch von externen Schülern genutzt wird, die für die Nutzung nicht zahlen, im Gegenzug aber auch Kürtener Schüler externe Schulen besuchen, für deren Nutzung sie dort nicht zahlen. Und da sogar mehr Kürtener Schüler auf externe Schulen gehen, als umgekehrt die Gesamtschule in Anspruch nehmen, profitiert hier Kürten unterm Strich mehr vom schulischen Angebot der Nachbarkommunen, als diese von Kürten.

Bereits 2009 hat die Gemeinde Kürten ein Klimaschutzkonzept in Auftrag gegeben, dass sich damals auf die am unmittelbarsten zu beeinflussenden CO2-Emittenten in der Gemeinde konzentrierte, die eigenen Liegenschaften. Dabei wurde die Gesamtschule in Verbindung mit der dazugehörigen 3-Feld Mehrzweckhalle als größter CO2-Emittent, mit dem gleichzeitig höchsten Einsparpotenzial aufgezeigt.

In den 90er Jahren wurde die vorhandene Elektroheizung durch eine Warm­wasserheizung ersetzt und das bis dahin noch integrierte Schwimmbad in eine Gymnastikhalle umgewandelt. Die Gebäude selbst, welche in den 70er Jahren errichtet wurden, blieben darüber hinaus aber in Ihrer Substanz unangetastet. Die komplette Gebäudehülle, sowie die gesamte Infrastruktur sind im Wesentlichen noch im ursprünglichen Zustand (70er Jahre Standard) anzutreffen. So wurden die Gebäude im Rahmen der Möglichkeiten zwar gepflegt und unterhalten, aber nie grundlegend saniert. Sinnvolle Klimaschutzmaßnahmen am Objekt konnten, trotz der Erkenntnisse aus dem Klimaschutzkonzept, in den vergangenen Jahren leider nicht umgesetzt werden, da aufgrund der äußerst angespannten Haushaltssituation (die Gemeinde Kürten ist pflichtige Stärkungspaktkommune) hierfür keine ausreichenden Investitionsmittel zur Verfügung standen.

Neben der Notwendigkeit zur energetischen Sanierung kam in den letzten Jahren auch die Anforderung eines erhöhten Raumbedarfes hinzu. Aus diesen Zwängen heraus hat sich die Gemeinde Anfang 2017 entschieden, ein umfangreiches Sanierungskonzept für die Gesamtschule in Auftrag zu geben, mit dem Schwerpunkt „energetische Sanierung für den Klimaschutz“. Aus der Erarbeitung dieses Konzeptes heraus entschied sich die Gemeinde Kürten zu Beginn dieses Jahres dem 2. Call des Förderprogrammes KommunalerKlimaschutz.NRW zu folgen und aus einer immer drängender werdenden Sanierung der Gesamtschule eine klimafreundliche Modellsanierung mit Leuchtturmcharakter für die gesamte Region zu machen.

Kürten, etwa 20.000 Einwohner zählend und zum Rheinisch-Bergischen Kreis gehörend, liegt rund 30km östlich von Köln im landschaftlich sehr reizvollen Bergischen Land. Die ländlich geprägte Flächengemeinde (Ausdehnung etwa 11 x 11 km) besteht aus 6 Kirchdörfern und zahlreichen kleineren Siedlungen. Aufgrund der Nähe zu Köln wird für die kommenden Jahre mit einem leichten Bevölkerungszuwachs gerechnet. Das örtliche Gewerbe besteht überwiegend aus kleinen Handwerksbetrieben sowie einigen mittelständigen Betrieben. Mit einer Ausnahme gibt es in jedem der Kirchdörfer noch eine eigene Grundschule und darüber hinaus im Hauptort Kürten, als einzige weiterführende Schule, die Gesamtschule Kürten. Diese stellt damit in der Gemeinde ein wichtiges Bindeglied und Identifikationsobjekt dar, welches jeder Kürtener kennt, und die meisten Jüngeren auch besucht haben. Die zugehörige Mehrzweckhalle wird, neben der schulischen Nutzung, fast täglich bis in die späten Abendstunden hinein von Sportvereinen und darüber hinaus an zahlreichen Wochenenden für größere kulturelle Veranstaltungen sehr intensiv genutzt.

Das Einzugsgebiet des Schulzentrums geht deutlich über die Gemeindegrenzen hinaus, insgesamt werden über 1.100 Schülerinnen und Schüler ganztägig von mehr als 100 Lehrerinnen und Lehrern auf ihr späteres Berufsleben vorbereitet. Zu dieser Schulgemeinschaft gehören auch mehr als 50 Kinder mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten (gelebte Inklusion) sowie eine große Zahl von Flüchtlingskindern (gelebte Integration), woraus sich in erster Linie das Erfordernis zur geplanten Erweiterung und Anpassung der Räumlichkeiten ergibt. Neben den regulären schulischen Aktivitäten finden in der Schule auch Kurse der Musikschule und der Volkshochschule statt.

Darüber hinaus ist die Gemeindebibliothek in der Schule beheimatet. Die alljährlich in den Schulferien stattfindenden Stockhausen-Konzerte haben die Gesamtschule und Kürten auch international bekannt gemacht.

Klimaschutz:

  • Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen (ganzheitliche Betrachtung)
    Gute Klimabilanz nicht nur nach, sondern bereits in der Bauphase durch Nutzung klimafreundlicher und nachhaltiger Baustoffe
  • Nachhaltige und besonders effektive Beleuchtung
    Berücksichtigung der Tatsache, dass LED-Beleuchtung nicht gleich LED-Beleuchtung ist – Sorgfältige Planung und gute Komponentenwahl für maximale Effizienz und Klimafreundlichkeit
  • Klimaschonende Verbesserung des Raumklimas
    Einbau energiesparender Lüftungstechnik im Bestand mittels Einsatz einer speziellen „Hybrid“-Lüftung
  • Energieeffiziente Digitalisierung der Schule
    Klare Fokussierung auf das Thema, welches bei der Beleuchtung bereits einleuchtend ist, auch bei der Digitalisierung: Energieeffizienz
  • Einbindung des Themas Mobilität
    Stärkung des aufkommenden Radverkehrs durch geeignete Abstellanlage
  • Ergebnis-Multiplikation
    Intensive Begleitung in Bildung und Öffentlichkeitsarbeit zur Erhöhung der Multiplikator Wirkung des Projektes

Klimafolgenanpassung:

  • Erarbeitung einer Klimavorsorgestrategie
    Sinnvolle Mitnutzung der Maßnahmen zum winterlichen Wärmeschutz zur Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes
  • Vorbildliches Handling von Niederschlagswasser durch Kombination von Rückhaltung und Nutzung

Leitmotiv:

  • Nutzung der Chance eines eventuellen Förderprogrammes zur Überführung einer
    „Sowieso“ – Maßnahme mit Mindeststandards hin zu einer
    „So sollte es sein“ – Maßnahme mit zukunftsweisenden Standards:

Der Klimafreundlichen Modellsanierung der Gesamtschule Kürten!

Maßnahme 1 Klimaschonende Sanierung des Hochbaus – Gebäude S,N und H

  • Verringerung der Gebäudewärmeverluste durch nachhaltige Sanierung, konkret:
  • Austausch aller Fenster und Türen gegen neue, in hochgedämmter und nachhaltig produzierter Holz-Aluminium Ausführung
  • Gebäude N u. H Dämmung der Fassade mit Holzweichfaserplatten
  • Gebäude N, H u. S Dämmung des Daches durch Aufbringen einer flachgeneigten Kaltdachkonstruktion und Einbringung einer Aufblasdämmung aus Zelluloserecyclingmaterial
  • Gebäude H Dämmung der Dächer auf den eingeschossigen Bauteilen und Umgestaltung zu Gründächern

Ziel der Maßnahme ist die Reduktion von Treibhausgasen.

Die maßnahmenbezogene jährliche THG-Minderung beträgt 141 to CO2e.

Maßnahme 2 Klimaschonende Sanierung des Hochbaus – Gebäude Mehrzweckhalle

  • Verringerung der Gebäudewärmeverluste durch nachhaltige Sanierung, konkret:
  • Austausch aller Fenster und Türen gegen neue, in hochgedämmter und nachhaltig produzierter Holz-Aluminium Ausführung
  • Dämmung der Fassade mit Holzweichfaserplatten
  • Dämmung der Dächer und Anlage Gründach

Maßnahme 3 Stromsparende Netzwerke und zentrale digitale Infrastruktur

Das Ziel der Maßnahme ist es, den Stromverbrauch der digitalen Infrastruktur der Schule ohne spür­bare Einschränkungen der Leistungsfähigkeit zu minimieren. Dazu werden die besonders effizienten EDV-Komponenten nutzungsabhängig zu- und abgeschaltet. Die THG-Minderungen ergeben sich aus dem vermiedenen Stromverbrauch. Als positiver Nebeneffekt ergibt sich hieraus eine geringere Aufheizung der Räume durch die Abwärme der EDV-Komponenten, diese reduziert die sogenannten „inneren Lasten“ und sorgt damit zusätzlich dafür, dass die Überhitzung der Räume in Hitzeperioden begrenzt wird (Klimavorsorgestrategie).

Maßnahme 4 Stromsparende Beleuchtung

Ziel der Maßnahme ist die Reduzierung des Stromverbrauchs (und die Erhöhung der Lebensdauer) der Beleuchtung. Der geringere Verbrauch reduziert die Treibhausgasemissionen, verringert jedoch auch die „inneren Wärmelasten“ des Gebäudes und trägt damit zu einem verbesserten sommerlichen Wärmeschutz bei (Klimavorsorgestrategie). Eingesetzt werden effizientere, degradationsarme Leuchten. Diese sind (fast) alle mit dimmbaren Vorschaltgeräten ausgestattet und werden über im Raum angeordnete Lichtregler abhängig vom Tageslichtanteil geregelt und geschaltet.

Maßnahme 5 Strom- und wärmesparende Heizungstechnik und Regelung

Ziel der Maßnahme ist es, die Emissionen aus dem Verbrauch an elektrischer und thermischer Energie zur Bereitstellung von Heizwärme und Warm­was­ser deutlich zu verringern. Daraus ergeben sich im gleichen Umfang THG-Minderungen. Die Regelungstechnik und Hydraulik der Heizwärmeverteilung werden zu diesem Zweck saniert. Das gewählte Hydraulikkonzept arbeitet mit wesentlich weniger Pumpen und entsprechend geringerem Stromverbrauch. Die Warmwasserbereitung wird direkt in die Nähe der Verbraucher (Duschen, Mensa) verlegt, um Zirkulationsverluste zu minimieren.

Maßnahme 6 Strom- und wärmesparende Lüftungstechnik

Ziel der Maßnahme ist es, den Wärmeenergieverbrauch durch die Fensterlüftung drastisch zu verringern und gleichzeitig in der nach der Sanierung luftdichten Schule für ein gutes Raumluftklima zu sorgen. Dazu werden semidezentrale hocheffiziente Lüftungsanlagen, die eine Grundlast der Luftversorgung übernehmen installiert. Abhängig von der Raumbelegung wird dann bei Bedarf (angezeigt durch Lüftungsampeln) mit Fensterlüftung ergänzt. Innen liegende Räume ohne Lüftung werden zu 100 % mechanisch belüftet. Alle Anlagen laufen vollautomatisch nur bei Lüftungsbedarf.

Maßnahme 7 Abmilderung von Klimafolgen auf dem Areal von Schule und Mehrzweckhalle

Ziel der Maßnahme ist es, im Rahmen der Umgestaltung der Außenanlagen den bereits jetzt absehbaren Folgen des Klimawandels präventiv entgegenzutreten. Geplant sind:

  • Eine Entsiegelung der Flächen
  • Ein Regenwassermanagement mit Rigolen u. Speichern
  • Die Umgestaltung der Sülz zur Hochwasservorsorge
  • Die Ausweitung von Grünflächen

 

Objektplanung

                  

PANNHAUSEN + LINDENER Architekten GmbH

Hansaring 102 – 104

50670 Köln

https://www.pannhausenlindener.de

Haustechnik

                 

Energiebüro Schaumburg
Schemmer Straße 4
51709 Marienheide-Müllenbach

www.energiebuero-schaumburg.de

Entkernung, Schadstoffsanierung und Abbruch

     

Arcadis Germany GmbH

Huyssenallee 52-56

45128 Essen

https://www.arcadis.com/

Tragwerksplanung

           

bau|werk Ingenieurbüro GmbH & Co.KG

Oskar-Jäger-Str. 137

50825 Köln

www.bau-werk.koeln

Bauphysik

                             

energiebüro vom Stein GmbH

Oskar-Jäger-Straße 137

50825 Köln

https://www.energiebuero-vomstein.de/

Außenanlagen

  

Kronenberg Garten- und Landschaftsarchitektur

An der Sülz 22 A

51789 Lindlar

www.kronenberg.de

Verkehrsplanung

 

Ingenieurbüro Holzem & Hartmann GmbH

Sankt-Franziskus-Weg 2

53819 Neunkirchen-Seelscheid

www.ibholzem-hartmann.de

Bodengutachten

     

GEO CONSULT

Bach und Rietz Beratende Ingenieure PartG mbB

Maarweg 8

51491 Overath

www.geo-consult-overath.de

Brandschutz

BfB Bals GmbH

Appensiefener Weg 5

51545 Waldbröl

Vermessung

CenterGraph GmbH

Am Buchholzberg 7

51515 Kürten-Dürscheid

www.centergraph.de

Auslagerung

                 

KNIFFLER ARCHITEKTUR + NETZWERK

Straßen 107

51429 Bergisch Gladbach

https://www.kniffler-architektur.de/

Ist-Situation:

Die vorhandene Parkplatz- und Bushaltestellenanlage östlich des Sportplatzes bleibt weitgehend unverändert.

Um das Ziel eines autofreien Schulgeländes zu erreichen, werden allerdings zusätzliche Parkplätze benötigt.

 

Planung:

Auf einer Fläche südlich des Sportplatzes sollen 38 neue Stellplätze entstehen. Unter der Fläche befindet sich ein großes Abwasserbecken, ein sogenanntes Regenüberlaufbecken. Auf der Fläche befinden sich derzeit eine Grünfläche und einige betriebstechnische Einrichtungen des Beckens, welche in den neuen Parkplatz integriert werden.

Im Bereich des Auslagerungsbaus im Steinbruch werden ebenfalls wieder Stellplätze für die Grundschule und die jetzigen und künftigen Nutzer des Auslagerungsbaus entstehen.

Zum Thema Verkehrsanlagen gehört auch die Schaffung einer temporären Baustellenzufahrt von der Wipperfürther Straße über die Sülz auf das Schulgelände im Bereich der jetzigen Fußgängerbrücke. Möglich wird diese Zufahrt durch das Aufstellen einer vorgefertigten Behelfsbrücke.

Die Fußgängerbrücke wird später ebenso wie der vorhandene Fußweg an der Sülz erneuert.

 

Ausführungszeitraum:

Baubeginn: Anfang 2021

Fertigstellung: 2026

Ist-Situation:

Die Außenanlagen umfassen zum einen die Schulhofflächen einschl. der Bepflanzung, zum anderen aber auch die Kanalisation und die Versorgungsleitungen auf dem Schulgelände.

Die Ver- und Entsorgungsleitungen sind bereits heute dringend sanierungsbedürftig. Durch die Hochbauarbeiten werden auch die restlichen Schulhofflächen absehbar so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass am Ende nur eine vollständige Erneuerung der Oberflächen zweckmäßig ist.

Betroffen ist neben dem Bereich der Gesamtschule auch der Bereich der Grundschule.

Planung:

Das Schulhofgelände der Gesamtschule soll künftig autofrei sein, lediglich bei Großveranstaltungen in der Mehrzweckhalle wird dort das Parken noch gestattet werden. Zur Erreichung dieses Ziels werden zusätzliche Parkmöglichkeiten im Bereich südwestlich des Sportplatzes geschaffen, s. Verkehrsanlagen.

Um den Umstieg auf das Fahrrad attraktiver zu machen, wird eine neue sichere Fahrradabstellanlage im Zuwegungsbereich der Gesamtschule errichtet.

In Vorbereitung auf die Hochbauarbeiten werden die unansehnlichen Laubengänge entfernt. Anschließend werden die Kanalisation und die Versorgungsleitungen Zug um Zug erneuert. In diesem Zusammenhang werden auch Zisternen für die Regenwassernutzung errichtet.

Nach Abschluss der Hochbauarbeiten sollen dann die Schulhofflächen sowohl der Gesamtschule als auch der Grundschule neu angelegt werden, einschl. einer neuen Begrünung.

Im Bereich der Sülz wird über eine Renaturierung des Bachlaufes und eine damit einhergehende Erlebbarkeit des Wasserlaufes für die Schülerinnen und Schüler nachgedacht.

Der Verbindungsweg zwischen Schule und Auslagerungsbau im Hangbereich hinter der Grundschule wird nach Abschluss der Sanierung in die neuen Außenanlagen integriert und steht so den Schülern als erweitere Schulhoffläche zur Verfügung.

Ausführungszeitraum:

Baubeginn: noch nicht festgelegt

Fertigstellung: 2027

Ist-Situation:

Die Mehrzweckhalle wurde 1975 als 3-fach Sporthalle mit angegliedertem Lehrschwimmbad errichtet. In den 1990er Jahren wurde das Lehrschwimmbad stillgelegt und zu einer Gymnastikhalle umgebaut.

Die Mehrzweckhalle wird intensiv für den Schul- und Vereinssport genutzt, sowie als Versammlungsstätte mit max. 1600 Besuchern, insbesondere im Karneval. Die Hallennutzfläche ist 1216 m² groß, die der Gymnastikhalle 419 m².

Das Gebäude besteht aus unterschiedlichen Gebäudeteilen. Im Norden befindet sich ein 1-geschossiges ca. 3,20 m hohes Foyer für Veranstaltungszwecke, daneben und darüber liegen in Teilbereichen zwei stillgelegte Hausmeisterwohnungen. Daran schließt die Mehrzweckhalle mit einer Höhe von 9,20 m an. Südlich befindet sich der 2-geschossige Sozialtrakt mit eigenem Sportlerzugang mit einer Höhe von 6,40 m. Abschließend grenzt hier die Gymnastikhalle mit einer Höhe von 8,50 m an. Die zwei Treppenhäuser des Sportlerzugangs erschließen die jeweiligen Umkleidebereiche für die Mehrzweckhalle und für die Gymnastikhalle. Im Erdgeschoss liegen Technikflächen, Lagerflächen und, als Besonderheit, das Schülercafé der SEK II. Eine barrierefreie Nutzung ist im Bestand nicht gegeben. Eine außenliegende Treppe an der Westfassade dient als 2. Rettungsweg für das OG beider Gebäudeteile.

Der gesamte Gebäudekomplex verfügt über einen Kriechkeller mit Ver- und Entsorgungsleitungen.

Die Außenhülle der Mehrzweckhalle ist aus energetischer Sicht komplett sanierungsbedürftig. Zusätzlich müssen undichte Dächer sowie schadhafte Fenster und Türen vollständig erneuert werden.

Die Mehrzweck- und die Gymnastikhalle werden über eine Nahwärmeleitung mit Wärme aus der Heizzentrale im Gebäude M, unterhalb der Aula liegend, versorgt.

Die Dachflächen sind zur Aufstellung von Photovoltaikanlagen verpachtet.

Planung:

Gebäudehülle:

Um für das Gebäude einen wirtschaftlich sinnvollen Dämmstandard nach KfW Eff 100 zu erreichen, muss die gesamte Außenhülle inkl. Sockelbereiche und Dach ertüchtigt werden.

Die Wände erhalten dazu eine zusätzliche Dämmung und eine neue Außenhaut. Die bestehende Fassade aus Sicht- und Waschbetonplatten verbleibt im Bestand, muss allerdings statisch ertüchtigt werden.

Die Außendämmung wird bis zu einer Tiefe von 80 cm unter OK Gelände geführt. Im Zuge dessen wird auch die Abdichtung erneuert. Die offenen Schächte zum Kriechkeller werden aus energetischen Gründen geschlossen, für den Bedarfsfall wird die Möglichkeit zur mechanischen Be- und Entlüftung vorgesehen.

Die Außenwand Ost (Schulhofseite) der Mehrzweckhalle soll begrünt werden. Alle weiteren Außenwände der Mehrzweckhalle und der neuen Sporthalle werden mit einem WDVS-System aus Holzfaserwolle oder Mineralwolle/Steinwolle konzipiert. Die eingeschossigen Baukörper sind ebenfalls stoßfest (z.B. Klinkerriemchen) geplant und der zweigeschossige Sozialtrakt sowie das Treppenhaus erhalten eine Vorhangfassade z.B. aus Hochdruckschichtpressstoffplatten.

Für die Dächer kommt aufgrund des schlechten Zustandes nur eine Kompletterneuerung des Aufbaus in Frage. Die PV-Anlagen werden hierfür zu Beginn durch den Betreiber demontiert.

Nach der Sanierung kann auf dem Dach der Mehrzweckhalle aus statischen Gründen keine PV-Anlage mehr errichtet werden. Als Ausgleichsfläche dient hier das Dach des neu errichteten Auslagerungsbaus. Auf dem Dach der neuen Sporthalle soll ebenfalls wieder eine PV-Anlage durch den jetzigen Betreiber errichtet werden.

Die Dachfläche der Mehrzweckhalle soll als leichtes Gründach angelegt werden, die Dachflächen des Neubaus werden dagegen für eine extensive Dachbegrünung ausgelegt.

Innenbereich:

Die Nutzungsmöglichkeiten der Mehrzweckhalle für Sport- und Veranstaltungszwecke bleiben unverändert. Hierfür wird die Halle mit Lüftungs- und Brandschutztechnik so ausgestattet, dass weiterhin Großveranstaltungen mit bis zu 1.600 Personen möglich sein werden.

Im Sozialbereich wird die Anzahl der Duschen reduziert, da diese in der Praxis kaum genutzt werden. Der freiwerdende Raum ermöglicht die Verlagerung der Lehrerumkleiden ins Obergeschoss, was eine bessere Beaufsichtigung der Schülerinnen und Schüler ermöglicht. Im Erdgeschoss werden zusätzliche barrierefreie Sanitärräume eingerichtet.

Die bestehende Küche soll dem Nutzungsbedarf angepasst und in eine Catering Ausgabestelle umgewandelt werden.

Der Lagerbedarf für Tische und Stühle, der Bodenschutzabdeckung sowie der Veranstaltungstechnik wurde in das neue Raumkonzept integriert.

Die gesamte Heizungs- und Elektrotechnik wird vom Schulgebäude in die Mehrzweckhalle verlagert. So wird bspw. auch ein BHKW im Erdgeschoss untergebracht. Die raumlufttechnischen Anlagen der Mehrzweckhalle werden hierzu auf das Dach verlagert.

Die anstelle der Gymnastikhalle geplante neue ebenerdige und damit barrierefreie Sporthalle weist ein Normspielfeld von 15×27 m  auf und ist somit für alle Sportarten geeignet. Insbesondere für Vereine kann das Spielfeld im Bedarfsfall in zwei kleine Sportflächen von 13,50×15 m unterteilt werden. Die neue Sporthalle wird allerdings nicht als Veranstaltungsstätte konzipiert.

Die Mehrzweckhalle wird vom Rohboden bis zur Rohdecke komplett entkernt.

Die Bodenaufbauten (Wärme-/Trittschalldämmung + Estrich + Bodenbelag) werden nach ihren Anforderungen und nach dem heutigen Stand der Technik komplett erneuert.

Alle Innenwände werden neu gestrichen, die Sanitärbereiche, Küche und Putzmittelräume werden entsprechend abgedichtet und gefliest.

Die Sporthallen selbst erhalten im unteren Bereich einen Prallschutz und im oberen Bereich eine schallabsorbierende Holzverkleidung.

Alle Räume bis auf die Technik-, Lager- und Geräteräume erhalten eine Abhangdecke, da die haustechnischen Installationen, wie Lüftungskanäle und sonstige haustechnischen Leitungen hauptsächlich im Deckenbereich verlegt werden.

Technische Gebäudeausrüstung:

Alle Hallenteile werden an eine neue Lüftungsanlage, die auf dem Dach installiert wird, angeschlossen.

Die Beheizung der Hallen erfolgt künftig nicht mehr über die Lüftung, sondern über Deckenstrahlheizkörper.

Die Beleuchtung der Halle wird vollständig erneuert und wird künftig zonier- und dimmbar sein.

Die gesamten Ver- und Entsorgungsleitungen (Wasser, Abwasser, Strom, EDV, Heizung) werden vollständig erneuert und an die heutigen und wenn möglich auch zukünftigen Anforderungen angepasst. Konkret bedeutet das:

  • Hydraulisch optimierte Wärmenetze mit möglichst wenig Regelungs- und Pumpentechnik.
  • Glasfasergestützte EDV-Netze mit hoher Ausbaureserve.
  • Kurze überschaubare Trinkwassernetze für einen optimalen Hygienestandard.
  • Separate Netze für die ökologisch sinnvolle Nutzung von Regenwasser zur Toilettenspülung.
  • Klar strukturierte Entwässerungsstränge für eine einfache Unterhaltung.

Ausführungszeitraum:

Baubeginn: Anfang 2022

Fertigstellung: Ende 2023

…in Arbeit…

Ist-Situation:

Das Schulgebäude wurde 1971 als Schulzentrum (Grundschule + Hauptschule) errichtet und in den 90er Jahren in eine Gesamtschule mit heute ca. 1.100 Schülern und ca. 110 Lehrern umgewandelt. Das Gebäude unterteilt sich in die drei Gebäude H/M, N und S, wobei Gebäude S erst 1996, vornehmlich als Fachraumtrakt für Chemie und Physik, gebaut wurde. Zuletzt wurde 2009 eine Mensa im EG des Gebäudeteiles H eingebaut.

Gebäude H/M bildet das Hauptgebäude. Im dortigen EG befinden sich ein großer Foyerbereich, das Haupttreppenhaus, die Aula, die Verwaltung, eine Bibliothek, Fachräume für Biologie, Werkräume, eine Lehrküche und die Mensa. In den drei Obergeschossen (Gebäudeteil M) befinden sich Klassenräume. Ein nachträglich eingebauter Aufzug verbindet das EG mit den drei Obergeschossen. Der 2. Rettungsweg wird durch zwei nachträglich angefügte außenliegende Stahltreppen realisiert. Die Aula ist unterkellert, hier befindet sich derzeit die in den 90er Jahren eingebaute Gasheizzentrale.

Gebäudeteil N ist ein 2-geschossiges Gebäude ohne innenliegende Anbindung an Gebäude H und nur einer EG-Anbindung an Gebäude S.  Im Gebäude N befinden sich die Klassenräume der SEK I (5. + 6. Klasse) sowie der Förderlehrerbereich. Der 2. Rettungsweg erfolgt über die außenliegende Stahltreppe zwischen Gebäude H und N.

Unter beiden Gebäudeteilen H + N befindet sich ein Kriechkeller mit Bestandsleitungen.

Gebäudeteil S ist ebenso wie N ein 2-geschossiges Gebäude. Im EG befinden sich die Fachräume Physik und Chemie und im 1. OG die Räume für die SEK II. Der 2. Rettungsweg führt über eine außenliegende Stahltreppe an der Nordseite des Gebäudes. Das 1.OG ist nicht barrierefrei erschlossen.

 

Planung:

 

Gebäudehülle:

Die Außenhülle der Gesamtschule ist aus energetischer Sicht komplett sanierungsbedürftig.

Um den KfW Eff 100 Standard zu erreichen muss die gesamte Außenhülle inkl. Sockelbereiche und Dach ertüchtigt werden. Die notwendigen Dämmwerte und technischen Anforderungen an den Wärmeerzeuger etc. sind untersucht worden.

Zusätzlich zur Dämmung ist die luftdichte Ausführung der Fassade zur Minimierung der Wärmeverluste ein wichtiger Bestandteil der energetischen Sanierung. Dazu funktioniert bei der Gesamtschule die geplante Hybridlüftung als Zwangslüftung.

Die Bauteile Wand und Dach werden also neu gedämmt und erhalten eine neue Außenhaut. Die bestehende Fassade aus Sicht- und Waschbetonplatten verbleibt im Bestand, es bedarf allerdings einer statischen Ertüchtigung, damit die neue Fassade befestigt werden kann.

Die Außenwände gegen Erdreich sind ebenfalls von außen bis zu einer Tiefe von 80 cm unter OK Gelände zu dämmen. In Rahmen der Maßnahme wird auch die Abdichtung erneuert. Die offenen Schächte zum Kriechkeller werden aus energetischen Gründen geschlossen, der Kriechkeller wird mit Feuchtraumfühlern überwacht und kann mechanisch be- und entlüftet werden.

Die Außenwände werden mit einem WDVS-System aus Holzfaserwolle oder Mineralwolle/Steinwolle gedämmt und teilweise im Erdgeschossbereich stoßfest (z.B. Klinkerriemchen) verkleidet. Die Eingangsbereiche, die Aula und die Mensa erhalten eine Vorhangfassade z. B. aus Hochdruckschichtpressstoffplatten. Die Fenster sind als Alu-Holz-, Alurahmen- oder hochwertige Kunststofffenster hochdämmend geplant. Ein außenliegender Sonnenschutz wurde in allen Aufenthaltsräumen vorgesehen.

Alle Dächer werden als Gründächer geplant, dabei definiert die Bestandsstatik die Art der Gründachausführung, auch im Hinblick auf eine optionale PV-Anlage.

 

Innenbereich Raumkonzept:

Auf Basis der Biregio Studie von 2016 wurde in Abstimmung mit der Schulleitung ein neues Raumkonzept erstellt.

Dabei wurden die Flächen und Funktionsabläufe an die aktuellen Bedürfnisse der Schulentwicklung und an heutige pädagogische Konzepte wie Clustersystem, Ganztag, Integration und Inklusion angepasst. Daraus folgten eine Umstrukturierung des Raumprogrammes und die notwendige Erweiterung um ca. 2.500 m2 BGF.

Wichtige Bereiche werden dabei wie folgt ausgeführt:

  • Verwaltungsbereich: Bildung eines neuen größeren Verwaltungsbereiches mit guter Zugänglichkeit auch für Publikumsverkehr und ausreichend Toiletten für das Lehrpersonal
  • Mensa: Verlagerung und dementsprechende Neuplanung und Neuerrichtung der Küche/Essensausgabe
  • EVA: Der derzeit unattraktive Flurbereich zwischen Mensa und Aula erhält eine Glasabtrennung zum Foyer und wird so zu einer flexiblen Erweiterungsfläche für die Aula/ die Mensa und steht der SEK II für das Eigenverantwortliche Arbeiten zur Verfügung. Integriert wird hier auch ein neues Schülercafé für die SEK II.
  • Aula: Sanierung der bestehenden Räumlichkeiten
  • Bibliothek: Verlagerung im Gebäude, Vergrößerung der Fläche von 177 m2 auf 337 m2 und direkte unabhängige Zugänglichkeit von außen
  • Bereich Hauswirtschaft- u. Werken: Zusammenlegung und Neustrukturierung der Bereiche
  • Naturwissenschaftliche Stufenräume: Abriss und Verlagerung in Gebäude S

Die klar strukturierte Architektur des Gebäudes wird durch die Erweiterung an Gebäude H/M und N und durch die Aufstockung von S fortgeführt, die notwendigen 2. Rettungswege werden in das Gebäude durch zwei zusätzliche Treppenhäuser integriert. Außerdem sind alle Gebäudeteile H/M, N und S miteinander verbunden, und durch den Aufzug in Gebäudeteil H/M und den Aufzug an Gebäude S sind alle Etagen barrierefrei erschlossen.

Auf jeder Etage werden WC-Anlagen, Putzmittelräume und Technikzentralen für Lüftung, EDV u. ä. ergänzt.

 

Innenbereich Sanierung:

Alle Räume werden vom Rohboden bis zur Rohdecke entkernt, bis auf den Bodenbelag der Treppenhäuser und des Foyers, da diese in einem guten Zustand sind.

Die Bodenaufbauten (Trittschalldämmung + Estrich + Bodenbelag) werden nach ihren Anforderungen und nach dem heutigen Stand der Technik komplett erneuert.

Vorhandene und neue Wände erhalten eine Kalksandsteinsichtmauerwerks-Optik oder werden verputzt. Alle Räume erhalten einen neuen Anstrich, auf der Grundlage eines einheitlichen Farbkonzeptes. Die Sanitärbereiche, Küchen, Putzmittelräume, usw. werden entsprechend gefliest.

Alle Räume bis auf die Kellerräume und Technikräume erhalten eine Abhangdecke, da die haustechnischen Installationen, wie Lüftungskanäle und sonstige haustechnischen Leitungen hauptsächlich im Deckenbereich verlegt werden.

Die Klassenräume und Kursräume erhalten Holztüren mit Oberlicht und teilweise mit seitlichem Glaselement für Sichtbeziehungen zu den Gruppenräumen. Die Brandschutztüren zu den Treppenhäusern und in den Flurzonen sind als Alu-Glastüren geplant. Stahltüren erhalten die Keller- und Technikräume.

Bisher ist ein barrierefreies Erschließungskonzept durch die Aufzüge in Gebäude H/M und an Gebäude S vorgesehen, welche auch als Evakuierungsaufzüge funktionieren. Alle Gebäude sind miteinander verbunden, sodass Rollstuhlfahrer alle Gebäudeteile und Geschosse erreichen können.

 

Technische Gebäudeausrüstung:

Das gesamte Gebäude wird mit einer sogenannten Hybridlüftung ausgestattet. Alle Räume werden dabei mit einer semizentralen mechanischen Be- und Entlüftung ausgestattet, die für eine Basisbelüftung ausgelegt wird und bei der zusätzlich eine klassische Fensterlüftung (in verringerter Form) erfolgen kann und muss.

Alle Räume erhalten eine neue an die jeweiligen Bedürfnisse angepasste Beleuchtung die im Wesentlichen über Präsenzmelder und zusätzlich in Abhängigkeit vom Tageslichteinfall gesteuert wird.

Die gesamten Ver- und Entsorgungsleitungen (Wasser, Abwasser, Strom, EDV, Heizung) werden vollständig erneuert und an die heutigen und wenn möglich auch zukünftigen Anforderungen angepasst. Konkret bedeutet das:

  • Hydraulisch optimierte Wärmenetze mit möglichst wenig Regelungs- und Pumpentechnik.
  • Glasfasergestützte EDV-Netze mit hoher Ausbaureserve.
  • Kurze überschaubare Trinkwassernetze für einen optimalen Hygienestandard.
  • Separate Netze für die ökologisch sinnvolle Nutzung von Regenwasser zur Toilettenspülung.
  • Klar strukturierte Entwässerungsstränge für eine einfache Unterhaltung.

 

Ausführungszeitraum:

Baubeginn: 2023

Fertigstellung: 2027